#105 - 5 Sätze, die Probleme in der Produktion verraten
Shownotes
Jetzt für unseren kostenfreien Videokurs registrieren Die 5 teuersten Fehler im Vorrichtungsbau 👉 https://praxis.wescad.de/
In der heutigen Folge: 5 Sätze, die Probleme in Ihrer Produktion verraten
„Das haben wir schon immer so gemacht.“ Solche Sätze klingen harmlos, können aber auf eingefahrene Abläufe, Wissensinseln und instabile Prozesse hinweisen.
Bernd Pille greift fünf typische Aussagen aus der Produktion auf und zeigt, was dahinterstecken kann. Es geht um Wissen, das nur bei einer Person liegt, Termine, die nur „wenn alles gut läuft“ gehalten werden, ständiges Nachdrücken bei der Montage und Provisorien, die unbemerkt zur Dauerlösung werden. Entscheidend ist nicht, diese Sätze zu verbieten. Entscheidend ist, sie als Signal zu verstehen und mit den Mitarbeitern über die tatsächliche Ursache zu sprechen.
Speziell für Fertigungsleiter, Produktionsverantwortliche und Entscheider in KMUs, die Reibung reduzieren, Abläufe stabilisieren und ihren Mitarbeitern die tägliche Arbeit erleichtern wollen, ohne vorschnell in große Automatisierung zu investieren.
⏱️ Kapitel: 00:00 Fünf Sätze aus dem Produktionsalltag 00:30 Warum diese Aussagen wichtige Signale sind 00:52 Satz 1: Das haben wir schon immer so gemacht 01:53 Satz 2: Das muss der Hubert machen 03:18 Satz 3: Wenn alles gut läuft 04:44 Satz 4: Da müssen wir noch nachdrücken 06:23 Satz 5: Dafür haben wir uns schnell etwas gebaut 07:40 Vom Dauerprovisorium zur besseren Vorrichtung 08:09 Reibung reduzieren und Zufriedenheit steigern 08:38 Abschluss und Kontakt
📋 Das nehmen Sie mit: ✅ Warum eingefahrene Standards regelmäßig geprüft werden sollten ✅ Wie Wissensinseln bei einzelnen Mitarbeitern zum Produktionsrisiko werden ✅ Woran Sie instabile Abläufe schon in der Wortwahl erkennen ✅ Wie wiederkehrende Nacharbeit auf ein lösbares Vorrichtungsproblem hinweist ✅ Warum gute Provisorien ein wertvoller Hinweis auf den echten Bedarf sind
🔍 Warum das für Sie relevant ist: In mittelständischen Fertigungsbetrieben entstehen Zeitverluste oft nicht durch einen einzelnen großen Fehler. Sie entstehen durch kleine Reibungen, die jeden Tag wiederkehren. Wer den Mitarbeitern zuhört und ihre Formulierungen ernst nimmt, findet häufig konkrete Ansatzpunkte für bessere Vorrichtungen, stabilere Prozesse und eine leichtere Bedienung.
❌ Was dabei schiefläuft: • Routinen werden nicht mehr hinterfragt • Wissen bleibt bei einer einzigen Person • Termine hängen von Glück statt von stabilen Abläufen ab • Nacharbeit und Provisorien werden zum Normalzustand
🔗 Links: 🌐 Website: https://www.wescad.de 💼 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/bernd-pille-a27281a7/ 📧 E-Mail: info@wescad.de
Vorrichtungsbau #Betriebsmittel #Fertigung #Maschinenbau #Kostenoptimierung #Schweißvorrichtung #Produktion #KMU #Effizienzsteigerung #fixundfertig
Transkript anzeigen
00:00:00: Heute reden wir über 5 Sätze, die du bestimmt schon mal gehört
00:00:04: hast und wir versuchen mal zu deuten, was sie dir denn eigentlich
00:00:08: sagen wollen und was du daraus ableiten kannst.
00:00:11: Mein Name ist Bernd Pille und das ist der Betriebsmittel-Podcast Fix &
00:00:15: Fertig.
00:00:30: Ja, es gibt so ein paar Sätze, die begleiten einen immer wieder,
00:00:35: wenn man in Unternehmen zu Gast ist, aber letztendlich auch, ich glaube,
00:00:40: die begleiten nicht nur mich, sondern die begleiten auch ganz, ganz viele
00:00:45: Menschen in diesen Unternehmen und über diese 5 Sätze wollen wir heute
00:00:50: mal reden.
00:00:52: Und ich glaube, der beste Satz, und den kennt jeder, das ist
00:00:55: Satz 1 und der heißt, das haben wir schon immer so gemacht.
00:01:00: Das haben wir schon immer so gemacht.
00:01:04: Und was sagt uns dieser Satz?
00:01:07: Das heißt, es gibt eine gewisse Gewohnheit, einen gewissen Ablauf, der immer
00:01:12: wieder stattfindet, weil das haben wir immer schon so gemacht.
00:01:15: Wenn wir das Problem X hatten, haben wir immer schon Lösung Y
00:01:18: gemacht.
00:01:19: Die Frage ist ja, ob das dann immer so sinnvoll ist oder
00:01:24: ob es nicht Sinn macht, mal kleine Anlässe zu schaffen, um bewusst
00:01:30: auch mal Standards und Abläufe zu prüfen und dann nochmal zu schauen,
00:01:35: wie kann ich die denn vielleicht verbessern?
00:01:38: Und wie kann ich denn dieses Totschlag-Argument, das haben wir immer schon
00:01:42: so gemacht, einfach mal so ein bisschen die Luft rausnehmen und mal
00:01:46: gucken, was gibt es für andere Lösungen und vor allen Dingen, was
00:01:50: verursacht diese Aussage auch für Probleme?
00:01:52: Der zweite Satz ist, das muss auf jeden Fall der Hubert machen,
00:01:57: weil der Hubert, der kann das, der hat das schon ganz oft
00:02:01: gemacht und der kriegt das auch hin.
00:02:03: Die Aussage, die dahinter steht, was ich immer denke, wenn ich das
00:02:08: höre, okay, hier gibt es gewisse Aufgaben, hier gibt es vielleicht auch
00:02:13: ein gewisses Know-how, was nur an einer einzigen Person hängt, weil nur
00:02:18: der Hubert, der kann das.
00:02:21: Und das ist letztendlich eine ganz, ganz große Gefahr, weil was ist,
00:02:24: wenn der Hubert irgendwann nicht mehr da ist oder was ist, wenn
00:02:27: der Hubert mal krank ist oder wenn der Hubert mal eine andere
00:02:31: Aufgabe machen muss oder wenn der Hubert auf einmal so viele Aufgaben
00:02:34: hat, dass der Hubert das gar nicht mehr schaffen kann.
00:02:37: Und deswegen muss man da irgendwo sich überlegen, was kann ich für
00:02:42: Gegenmaßnahmen machen, wie kann ich dagegen steuern, wie kann ich vielleicht
00:02:47: das Wissen, was der Hubert hat, schrittweise teilen, wie kann ich vielleicht
00:02:53: mit einfachen Anleitungen und Einarbeitungen anderer Mitarbeiter den Hubert
00:02:57: auf mehr Schultern verteilen.
00:02:59: Was kann ich denn vielleicht auch dem Hubert oder in Kombination mit
00:03:04: dem Hubert für Vorrichtungen, für Betriebsmittel, für Hilfsmittel mir
00:03:08: einfallen lassen, dass es letztendlich eine Aufgabe wird, die jeder
00:03:12: Mitarbeiter bewerkstelligen kann. Das ist dann das, was ich danach dann
00:03:17: denke.
00:03:18: Der dritte Punkt, wenn alles gut läuft, dann schaffen wir das bis
00:03:23: zum Tag X. Ich glaube, das ist auch ein Satz, den haben
00:03:27: wir ganz, ganz viele von uns schon gehört und für mich steht
00:03:32: dahinter, der Prozess, der Ablauf ist nicht stabil.
00:03:35: Weil ansonsten wüsste ich ja, heute stehe ich hier und in fünf
00:03:40: Wochen stehe ich da. Das ist mein Prozess, so gehe ich vor,
00:03:44: das ist meine Vorgehensweise und das ist der Weg, der mich sicher
00:03:48: ans Ziel bringt.
00:03:49: Dann kann ich sagen, in fünf Wochen sind wir soweit und nicht,
00:03:54: wenn alles gut läuft, dann. Das ist schon eine Einschränkung und deswegen
00:03:58: muss ich schauen, was sind denn die Ursachen?
00:04:02: Woran liegt es denn, dass einer meiner Mitarbeiter oder jemand in der
00:04:06: Produktion sagt, wenn alles gut läuft, dann. Was hat er denn für
00:04:11: Bedenken? Was sagt er mir im Prinzip in dem Moment nicht, weil
00:04:15: er sagt ja nur, irgendwas scheint er zu klemmen.
00:04:18: Irgendwo hat er Bedenken, beispielsweise die Anlage läuft nicht stabil, geht
00:04:22: immer in Störungen oder ich habe nicht genügend Mitarbeiter, weil so viele
00:04:26: sind krank oder ähnliches.
00:04:28: Also irgendein Problem steht in diesem Prozess im Weg, dass er verlässlich
00:04:32: eine Aussage machen kann und das muss man dann hinterfragen.
00:04:36: Da muss man wieder in die offene Kommunikation gehen und sagen, okay,
00:04:39: hör mal zu, wo liegt dein Problem? Lass uns eine Lösung dafür
00:04:43: finden.
00:04:43: Satz 4 ist, und das ist so ein bisschen der Klassiker im
00:04:49: Bereich Montagevorrichtung oder auch Schweißvorrichtung, da müssen wir noch
00:04:53: immer so ein bisschen nachdrücken.
00:04:56: Wie? Da müsst ihr immer noch ein bisschen nachdrücken. Warum macht ihr
00:05:00: das? Und vor allen Dingen, warum sagt ihr, da müssen wir noch
00:05:05: nachdrücken?
00:05:05: Warum sagt ihr nicht konkret, okay, wir haben das Problem, dass die
00:05:10: Bauteile da nicht genau positioniert sind. Die sind nicht exakt
00:05:14: positioniert.
00:05:15: Wir müssen da immer nachdrücken, weil ansonsten federt das Teil da auf
00:05:20: und dann kann ich meine Schraube nicht da durchstecken und dadurch kann
00:05:25: ich dann nicht wirklich sicher verschrauben, montieren.
00:05:28: Und da ist letztendlich eigentlich ganz einfach, wenn ein Mitarbeiter das
00:05:32: Problem hat, dass er immer wiederkehrende Tätigkeiten, und das sagt er ja
00:05:37: damit, ich muss da immer nachdrücken, ich muss da immer nacharbeiten.
00:05:41: Wenn er das sagt, dann müssen wir schauen, was können wir ihm
00:05:45: in die Hand geben, wie können wir den Prozess optimieren, damit er
00:05:49: genau das nicht mehr machen muss und dass er dann vielleicht genau
00:05:53: diese 30 Sekunden, diese Minute oder wie viel auch immer bei jeder
00:05:56: einzelnen Baugruppe dann einsparen kann.
00:05:58: Und wie komme ich denn da ans Ziel? Also auch hier wieder
00:06:02: der Punkt, ganz offen und ehrlich miteinander kommunizieren, mit den Leuten,
00:06:05: die die Probleme haben, ins Gespräch gehen und dann vielleicht mal fragen,
00:06:09: okay, was brauchst du denn?
00:06:11: Was würdest du dir denn wünschen? Hier, heute ist dein großer Wunschtag,
00:06:14: was würdest du dir wünschen, damit du deine Aufgabe hier besser erfüllen
00:06:18: kannst? Und dann schauen, dass man eine entsprechende Lösung dafür
00:06:21: herbringt.
00:06:22: Genau. Und der fünfte Satz ist auch immer richtig schön, finde ich
00:06:28: persönlich gut, weil danach kommen echt immer interessante und spannende
00:06:33: Geschichten oder Bilder oder auch Dinge zum Vorschein, wo die Kollegen
00:06:38: wirklich erfinderisch waren dann in dem Unternehmen.
00:06:42: Und das ist nämlich, dafür haben wir uns mal schnell was gebaut.
00:06:46: Da sieht man einfach, okay, da ist ein Provisorium, eine Bedarfs-, eine
00:06:51: Bedarfs nicht, eine Notlösung, ein Provisorium halt, ist zum Dauereinsatz
00:06:54: geworden, weil der Werker sich selbst hat versucht zu helfen und zu
00:06:59: sagen, ich mache das jetzt immer so und dafür habe ich mir
00:07:03: hier an meinem Ziegenfuß noch ein Stück Draht dran gemacht oder habe
00:07:08: mir da noch ein Stück Kunststoff dran gemacht,
00:07:11: damit ich das jetzt immer da hinzwängen kann und dann kann ich
00:07:14: das so halten und kann das dann so miteinander verschrauben. Auch echt
00:07:18: immer wieder gern genommen, provisorische Lösungen werden zu Dauerlösungen
00:07:21: und da muss man wirklich dann auch mal hinterfragen und sagen, okay,
00:07:24: das ist total gut, dass ihr das jetzt vielleicht im ersten Step
00:07:28: so gemacht habt, aber wir könnten ja hier nochmal investieren, wir können
00:07:32: ja hier nachjustieren, wir können ja die Vorrichtung vielleicht ein bisschen
00:07:35: pimpen und einfach schauen, dass wir diesen Ziegenfuß, den wir jetzt gerade
00:07:39: als
00:07:39: Beispiel hatten, mit dem Kunststoffklotz dran, der immer drückt, dass wir
00:07:44: den durch einen Spanner ersetzen und schon hast du dein Leben hier
00:07:48: wieder leichter, du kannst deine Aufgabe schneller erfüllen und du musst da
00:07:53: nicht großartig Gewalt anwenden und es ist für dich einfach leichter. Ich
00:07:58: glaube, diese Sätze, das sind auch alles keine Fehler, wenn die so
00:08:02: fallen in Unternehmen, sondern das sind einfach Signale und wer die aufnimmt
00:08:07: und wer auch versteht,
00:08:08: was dahinter steckt, so wie ich das versucht habe, bei diesen fünf
00:08:13: Punkten heute mal deutlich zu machen, der findet ganz, ganz viele
00:08:17: Stellschrauben und wirklich im Unternehmen und in der Produktion Reibung zu
00:08:21: reduzieren und wie diese einzelnen und Effizienz zu steigern und vor allen
00:08:25: Dingen auch um Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern, weil das geht
00:08:29: eigentlich immer Ton in Ton und ich glaube, da muss man dann
00:08:33: halt genau und speziell schauen, wie man das machen kann.
00:08:37: Und wenn du Bock hast, mit mir genau darüber mal zu reden,
00:08:42: dann kannst du mich gerne anschreiben, dann kannst du mich gerne anrufen
00:08:46: oder kannst mich auf LinkedIn kontaktieren, da würde ich mich freuen und
00:08:51: dann gehen wir beiden ins Gespräch und schauen uns mal vielleicht die
00:08:55: Arbeitsplätze an oder die Produktionsstandorte bei dir im Unternehmen an, wo
00:08:59: gesagt wird, das machen wir immer so oder das muss der Hubert
00:09:03: machen, der Hubert kann das gut oder wenn
00:09:06: alles gut läuft, dann schaffen wir das zum Tag X oder da
00:09:10: müssen wir mal ein bisschen nachdrücken, dann kriegen wir das schon hin
00:09:14: oder dafür haben wir uns mal schnell was gebaut, einer dieser fünf
00:09:18: Sätze reicht schon und dann gehen wir gemeinsam hin und dann schauen
00:09:21: wir gemeinsam mit den Kollegen aus der Fertigung draus und dann werde
00:09:25: ich mit dir, finden wir richtig gute, geile Lösungen, die ihr dann
00:09:29: vielleicht selber umsetzen könnt oder die wir für euch umsetzen können,
00:09:33: völlig losgelöst davon, ich würde mich freuen, bis dahin, ciao.
Neuer Kommentar