#106 - Flaute im Maschinenbau: Warum Flexibilität im Vorrichtungsbau Perfektion schlägt
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In der heutigen Folge: Flaute im Maschinenbau: Warum Flexibilität im Vorrichtungsbau Perfektion schlägt
Kein Boom, aber auch kein Zusammenbruch. Im klassischen Maschinenbau bewegt sich vieles seitwärts, während Löhne und Materialpreise steigen und die Stückzahlen schwanken.
Bernd Pille nimmt einen Termin mit einem Neukunden zum Anlass und zeigt, wie Sie unter diesem Kostendruck trotzdem wirtschaftlich Schweißbaugruppen fertigen. Der Schlüssel ist Varianz in der Vorrichtung: Bevor sieben neue Vorrichtungen gebaut werden, lohnt der Blick in den Bestand. Welche Vorrichtungen stehen ohnehin zur Überarbeitung oder Wartung an, welche Teile lassen sich in die neue Konstruktion integrieren? Damit das Umrüsten von Variante A bis E im Alltag sicher funktioniert, braucht es Farbcodes, Parkpositionen und eine Anleitung direkt an der Vorrichtung. Dazu kommt ein zweiter Ansatz: heute als Handschweißvorrichtung bauen und den Cobot von morgen schon mitdenken.
Speziell für Fertigungsleiter, Produktionsverantwortliche und Entscheider in KMUs, die mit weniger Vorrichtungen mehr Varianten fertigen wollen, ohne Abstriche bei Qualität und Prozesssicherheit.
⏱️ Kapitel: 00:00 Flaute statt Boom: die Lage im Maschinenbau 00:50 Was ein Termin mit einem Neukunden gezeigt hat 01:38 Kostendruck, Löhne, Material und schwankende Stückzahlen 02:11 Ansatz 1: Varianz in die Vorrichtung bringen 02:35 Sieben neue Vorrichtungen und der Blick in den Bestand 03:19 Umrüsten von Variante A bis E sauber dokumentieren 03:42 Farbcode, Parkposition und Schild an der Vorrichtung 05:03 Ansatz 2: Handschweißvorrichtung mit Platz für Cobot und Roboter 05:43 Pflichtprogramm: Ergonomie, Spannreihenfolge und Poka Yoke 06:37 Flexibilität schlägt Perfektion 07:24 Nur die geforderten Toleranzen erreichen 07:51 Abschluss und Kontakt
📋 Das nehmen Sie mit: ✅ Warum Sie vor dem Bau neuer Vorrichtungen zuerst Ihren Bestand prüfen sollten ✅ Wie eine Schweißvorrichtung mehrere Varianten abdeckt und Lagerplatz spart ✅ Wie Farbcodes, Parkpositionen und ein laminiertes Schild das Umrüsten absichern ✅ Wie Sie eine Handschweißvorrichtung so auslegen, dass später ein Cobot oder Roboter schweißen kann ✅ Warum es reicht, die geforderten Toleranzen und Funktionsmaße zu erreichen
🔍 Warum das für Sie relevant ist: Im Maschinenbau sind die Auftragsbücher nicht leer, aber auch nicht übervoll. Wer bei schwankenden Stückzahlen für jedes Bauteil eine eigene, bis ins Letzte perfektionierte Vorrichtung baut, bindet Kapital, Lagerfläche und Wartungsaufwand. Flexible Vorrichtungen, die mit dem Produkt wachsen, halten die Kosten im Griff und die Fertigung beweglich.
❌ Was dabei schiefläuft: • Für jede Variante entsteht eine eigene Vorrichtung • Der vorhandene Bestand wird bei der Planung nicht geprüft • Umrüsten hängt am Gedächtnis einzelner Werker statt an klarer Kennzeichnung • Die Vorrichtung wird perfekt für ein Bauteil, aber nicht für die nächste Stufe
🔗 Links: 🌐 Website: https://www.wescad.de 💼 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/bernd-pille-a27281a7/ 📧 E-Mail: info@wescad.de
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Transkript anzeigen
00:00:00: Marktrealität im Maschinenbau, Flaute statt Boom, aber noch nicht kollabiert und
00:00:06: das wird es auch nicht.
00:00:07: Das ist mein Thema für heute. Mein Name ist Bernd Pille und das ist der Betriebsmittelpodcast
00:00:11: Fix und Fertig.
00:00:30: Bevor wir loslegen, ganz kurz, wenn dir der Podcast was bringt, dann abonniere Fix
00:00:37: und Fertig, damit du keine Folge mehr verpasst.
00:00:41: Jeden Donnerstag gibt es hier eine neue Folge, die sich um Vorrichtung, Betriebsmittel
00:00:45: und um deine Produktion dreht.
00:00:48: Und jetzt rein in den Podcast.
00:00:49: Heute haben wir einen Termin gehabt mit einem potenziellen Neukunden, mit dem wir
00:00:54: schon sehr, sehr lange im Gespräch sind.
00:00:57: Wir sind jetzt eigentlich kurz davor, dass wir das Ganze eintüten und das ja zu uns
00:01:02: als Kunde kommt.
00:01:04: Und da ist mir nochmal so wirklich bewusst geworden, wie die aktuelle Situation
00:01:08: wirklich mittlerweile im klassischen Maschinenbau in vielen Unternehmen ist.
00:01:13: Wir haben irgendwie so eine Phase der Konsolidierung. Wir haben keinen wirklichen
00:01:21: Boom.
00:01:22: Wir haben ein bisschen Flaute, aber wir haben auch keinen komplett Zusammenbruch
00:01:27: der ganzen Branche, wo es einfach nur noch bergab geht,
00:01:30: sondern wir sind schon irgendwie, ja, vielleicht gerade dabei, dass es ein bisschen
00:01:33: höher geht.
00:01:34: Aber eigentlich ist unterm Strich irgendwie gerade so eine gewisse Linie.
00:01:38: Und in dieser Linie ist es natürlich ein Riesenthema, ein hoher Kostendruck, der
00:01:44: oftmals auch mit vielen hohen und steigenden Löhnen zu tun hat,
00:01:50: steigenden Materialeinkauf, der dazu führt, dass es oftmals dann aber auch dadurch,
00:01:56: dass es so eine Wellenbewegung ist,
00:01:58: die wir glätten als Linie, dass wir sagen, wir haben schwankende Stückzahlen und
00:02:02: wir müssen einfach schauen,
00:02:04: wie wir da wirtschaftlich Schweißbaugruppen für den klassischen Maschinenbau produzieren
00:02:10: können. Und ein Ansatz, den wir da heute auch nochmal hatten, war nämlich, dass wir
00:02:17: wirklich drauf schauen müssen, dass wir Varianz in die Vorrichtung reinkriegen.
00:02:23: Wir haben diverse Bauteile jetzt schon gemeinsam begutachtet, haben die optimiert,
00:02:27: haben gesagt,
00:02:28: wie können wir diese Baugruppen in einer Vorrichtung zusammenführen und schweißen.
00:02:35: Und dann habe ich nachher nochmal den Tipp gegeben, habe gesagt, Freunde, jetzt lasst
00:02:37: uns das doch Ganze nochmal weitertreiben.
00:02:39: Jetzt haben wir hier sieben Vorrichtungen auf dem Zettel, die wir erstmal auf die
00:02:43: Welt bringen wollen.
00:02:44: Geht doch mal in euren Bestand rein und schaut, welche Vorrichtungen müssen
00:02:49: vielleicht in naher Zukunft eh mal überarbeitet werden.
00:02:53: Welche Vorrichtungen sind von der Wartung her dran?
00:02:56: Wo können wir vielleicht noch mehr Teile aus dem Bestand integrieren in unsere neu
00:03:01: geplanten Vorrichtungen, einfach um Lagerkosten, Lagerhaltung zu reduzieren?
00:03:07: Das ist ein Riesenthema in dem Unternehmen, weil es eigentlich schon heute keinen
00:03:11: Platz mehr gibt, um Schweißvorrichtungen zu lagern.
00:03:13: Und da ist das einfach nochmal mit ein Ansatz, dass man sagt, komm, das nehmen wir
00:03:18: da irgendwie noch mit rein.
00:03:19: Und bei dieser ganzen Umrüstung von Vorrichtungen von Variante A auf Variante B auf
00:03:25: Variante C und vielleicht noch D oder E ist natürlich eine Sache wichtig.
00:03:30: Da haben wir dann auch drüber gesprochen und das ist nämlich, wie dokumentieren wir
00:03:35: eigentlich das Ganze?
00:03:37: Wir müssen wirklich schauen, dass wir das auf Deutsch gesagt idiotensicher machen.
00:03:42: Wenn ich Variante A, also wir brauchen ein riesengroßes Schild auf der Vorrichtung,
00:03:46: eine Dokumentation dazu, wo dann steht, Variante A hat die Farbe Rot.
00:03:50: Und alle Teile, die dafür im Idealfall nur versetzt werden müssen in eine andere
00:03:54: Position, die müssen rot gekennzeichnet sein.
00:03:58: Alle Einzelteile, die vielleicht abgeschraubt werden müssen, müssen eine Parkposition
00:04:02: auf der Vorrichtung haben, die auch rot gekennzeichnet ist.
00:04:05: Die Teile sind am besten auch noch rot und wenn wir dann für B gelb definieren, für
00:04:10: C lila und meinetwegen noch grün für E, dann müssen die genauso farblich gekennzeichnet
00:04:16: sein.
00:04:17: Das muss auf dem Schild gut lesbar sein und es muss eine entsprechende Dokumentation
00:04:22: geben, die digital und natürlich auch in Papierform schön einlaminiert eingeschweißt,
00:04:31: sodass da nichts mit passieren kann.
00:04:33: An der Vorrichtung liegt, dass jeder Werker, der da hinkommt und den Auftrag hat, bau
00:04:39: die Vorrichtung auf Produktionszustand B, dass er das entsprechend umsetzen kann.
00:04:46: Und das ist zum Beispiel ein Ansatz, was kann man machen, wenn man da unter extremem
00:04:52: Kostendruck steht, wenn man wirklich da überall noch was rausholen will und wie
00:04:57: kriegen wir das hin, dass wir da effizienter produzieren können.
00:05:01: Das ist ein Ansatz, der extrem wichtig ist. Ein zweiter, den wir noch mit dazu
00:05:05: genommen haben, ist, gerade weil es ein relativ junges Produkt ist, was da jetzt
00:05:09: auf den Weg gebracht werden soll, dass wir sagen, komm, wir fangen erstmal an, dass
00:05:15: wir die Schweißvorrichtung simpel gestalten, dass wir Handschweißvorrichtung daraus
00:05:19: machen und wir berücksichtigen aber schon mal Zugänglichkeiten für den klassischen
00:05:25: Cobot.
00:05:25: Wir berücksichtigen schon mal Zugänglichkeiten für Schweißköpfe vom Roboter, sodass
00:05:31: man die Vorrichtung im Nachgang, wenn Stückzahlen dann wirklich steigen sollten,
00:05:37: weil das Produkt richtig, richtig gut einschlägt, dass wir dann hingehen können,
00:05:40: die Vorrichtung entsprechend umrüsten können.
00:05:43: Dazu kommen dann natürlich die klassischen Standardthemen wie Ergonomie und
00:05:48: Sicherheit. Die Teile müssen gut einlegbar sein. Es dürfen keine Klemmstellen da
00:05:52: sein. Wir müssen zusehen, dass wir weniger Ausschuss produzieren, dadurch, dass wir
00:06:00: eine gewisse Spannreihenfolge beachten, dass wir die passenden Spannkräfte aufbringen,
00:06:09: einfach um da Schweißverzug und Ausschuss entgegenzuwirken. Poka Yoke ist natürlich
00:06:15: auch ein großes Thema. Aber ich sag mal, das ist so der Standard. Das sollte dann
00:06:20: letztendlich unterm Strich einfach auch jeder irgendwo drauf haben, aber die Varianz dann in die
00:06:25: Vorrichtung
00:06:25: zu bringen und zu gucken, was habe ich wirklich, was kann ich noch mit integrieren,
00:06:29: das ist
00:06:30: glaube ich schon dann eher die Kür und das ist das, wofür wir hier bei WESCAD auch
00:06:37: stehen.
00:06:37: Und zum Abschluss kann man das vielleicht auf einen Satz projizieren, der ist heute
00:06:45: auch so gefallen und der gefällt mir persönlich richtig, richtig gut. Flexibilität
00:06:50: schlägt
00:06:51: Perfektion auf ein einziges Bauteil. Da können wir nochmal einen Moment drüber nachdenken,
00:06:59: das können wir nochmal wirken lassen und unterm Strich ist es genau das, was
00:07:03: nämlich zählt.
00:07:06: Flexibilität schlägt die Perfektion auf ein einziges Bauteil. Was hilft mir ein
00:07:11: einziges
00:07:12: Bauteil, was ich bis zur Perfektion getrieben habe und die Schweißvorrichtung dafür
00:07:17: super astrein mit ADO-Goldkante, wie man früher immer so schön gesagt hat, da steht,
00:07:22: aber nicht flexibel ist.
00:07:24: Ich muss die Toleranzen erreichen, ja, aber ich muss auch nur die geforderten Toleranzen
00:07:28: erreichen. Ich muss Funktionsmaße einhalten, dass alles verbaubar ist. Allgemeintoleranzen
00:07:34: sind viel leichter zu erreichen. Und das ist ein Thema schon fast für eine eigene
00:07:38: Folge, aber das macht nochmal klar, wofür eigentlich Varianz steht und wie man da
00:07:46: richtig, richtig gute Ideen entwickeln kann.
00:07:51: Und wenn du Bock hast, mit mir genau darüber zu reden, dann melde dich gerne bei
00:07:55: mir, schreib mir eine E-Mail, folge mir auf LinkedIn für weitere Tipps und Ideen
00:07:59: oder lass mir hier beim Podcast einen Daumen hoch oder ein Abo da. Ich würde mich
00:08:04: freuen. Bis dahin, alles Gute. Ciao.
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