#78 - Ach du Sch..., das wird teuer!" - So vermeidest du die Kostenfalle in der Produktentwicklung
Shownotes
Ihre Produktentwicklung ist abgeschlossen, aber die Betriebsmittelbeschaffung wird teurer als erwartet? Bernd Pille zeigt Ihnen, wie parallele Entwicklung von Produkt und Schweißvorrichtung bis zu 50% der Vorrichtungskosten einsparen kann. Erfahren Sie anhand konkreter Kundenprojekte, wie kleine Designanpassungen große Effizienzgewinne in der Fertigung ermöglichen.
Das erwartet Sie in dieser Episode:
- Wie Sie durch zwei zusätzliche Löcher im Bauteil komplexe Fixierungen vermeiden und Vorrichtungskosten reduzieren
- Warum identische Außenabmaße bei Ober- und Unterteil eine komplette Vorrichtung einsparen können
- Wie der Wechsel von Kantteilen auf Quadratrohr sowohl Schweißaufwand als auch Vorrichtungskomplexität eliminiert
Links und Ressourcen aus dieser Episode:
- WESCAD Website - Vorrichtungsbau und Betriebsmittel
Sprechen Sie mit einem unserer Referenzkunden:
Welche Designanpassungen an Ihrem aktuellen Produkt könnten Ihre Vorrichtungskosten halbieren?
Bleiben Sie dran:
Transkript anzeigen
00:00:01: Dein Produkt ist fertig entwickelt. Du gehst
00:00:05: in die Betriebsmittelbeschaffung und stellst
00:00:09: fest: Ach du Scheiße, das wird teuer! Mein Name ist Bernd
00:00:13: Pille und das ist der Betriebsmittel-Podcast fix und fertig.
00:00:36: Das ist echt der Klassiker. Du hast ein wirklich richtig
00:00:40: geiles neues Produkt und willst das vielleicht
00:00:44: zusammenschweißen, oder willst es montieren, willst es zusammenkleben und
00:00:48: stellst fest, dass das Betriebsmittel viel, viel
00:00:51: teurer wird. Jetzt können wir natürlich sagen, okay, ich suche mir einen
00:00:55: anderen Lieferanten, ich versuche das Ganze zu reduzieren, habe ich
00:00:58: schon oftmals erzählt, keine Pneumatikspanner, Handspanner und so weiter und so
00:01:02: fort. Will ich nicht noch mal wieder aufwärmen, sondern ich will auf ein
00:01:06: ganz, ganz anderes Thema hinaus, was wir aktuell
00:01:10: sogar mit 2 Kunden umsetzen. Und das
00:01:14: ist nämlich, dass Produktentwicklung
00:01:17: und Entwicklung der Schweißvorrichtung
00:01:21: parallel laufen. Wie das Ganze funktioniert, erkläre ich euch
00:01:25: gerne. Zwar ist es so: Kunde A und B
00:01:29: sind eigentlich mehr oder weniger im gleichen Segment unterwegs, entwickeln ein
00:01:32: neues Produkt. So, das ist letztendlich
00:01:36: viele Blechteile, viele Kanteile
00:01:40: und viele Schweißbolzen, Schweißmuttern, die irgendwo
00:01:44: aufgebracht werden müssen. Vieles ist
00:01:47: geradeaus, sage ich mal, Laserkanten, und dann ist das Ding
00:01:51: fertig. In diese Richtung geht das.
00:01:52: Und die entwickeln dieses Produkt.
00:01:57: Und parallel bekommen wir Datenstände von
00:02:00: diesen Kunden, damit wir schauen können, okay, wie kann ich jetzt diese
00:02:04: Vorrichtung am besten aufbauen? Und da
00:02:08: haben wir zum Beispiel heute wieder gerade einen Termin gehabt, wo wir gesagt haben,
00:02:11: okay, wenn wir so vorgehen, dass wir vielleicht hier
00:02:15: noch mal zwei Löcher in dieses Bauteil mit reinmachen, dann können wir die
00:02:19: besser nutzen, um das Ganze zu fixieren. Prüft
00:02:22: doch mal bitte, ob das irgendwelche Auswirkungen Auswirkungen auf das
00:02:25: Dichtigkeitskonzept der ganzen Baugruppe nachher hat,
00:02:29: oder ob die Löcher vielleicht wirklich einfach da rein können und dann da auch
00:02:32: verweilen können. Oder ein weiteres Beispiel: Es war
00:02:36: so, dass es im Prinzip— wir uns mal vorstellen,
00:02:40: das wäre vielleicht irgendwo ein eckiger Würfel, der gemacht werden muss. Es gibt ein
00:02:44: Unterteil und Oberteil, und die waren aber nicht exakt gleich,
00:02:47: wo wir gesagt haben, wie wäre es denn, Wenn wir
00:02:50: hingehen und schauen, dass wir die Außenabmaße
00:02:54: schon mal gleich machen, dann können wir uns Fixpunkte nehmen, die
00:02:58: in beiden Baugruppen gleich sind, und können in einer Vorrichtung das
00:03:02: Unterteil und das Oberteil schweißen und haben uns damit eine
00:03:06: Vorrichtung eingespart. Oder drittes
00:03:09: Beispiel: Der Entwicklungsingenieur hat vorgesehen, für
00:03:15: ein einfaches Profil Zwei Kanteile zu nehmen und die
00:03:19: wirklich, es ist eine relativ große Baugruppe, auf fast 4
00:03:22: Meter miteinander zu verschweißen, sodass eigentlich ein Quadratrohr
00:03:26: entstanden ist, weil er der Meinung war, okay, das wäre der einfachste und
00:03:29: schnellste Weg, gerade wenn es nachher noch mal irgendwie in die Richtung geht, dass
00:03:33: Materialgüten noch mal verändert werden müssen. Und dann haben wir gesagt, okay,
00:03:37: vielleicht können wir das Ganze ein bisschen kleiner gestalten und haben so
00:03:41: die Möglichkeit, dass wir auf ein klassisches Quadratrohr
00:03:45: gehen können, was wir dann in unterschiedlichen Materialgüten
00:03:48: kaufen können. Und das letztendlich führt dann wieder
00:03:52: dazu, dass die Vorrichtung einfacher wird, dass sogar der
00:03:54: Fertigungsschritt selbst nachher, das Verschweißen dieser
00:03:58: einzelnen Kanteile, entfällt, sondern das Rohr muss nur noch abgesägt werden, auf dem
00:04:02: Rohrlaser vielleicht noch mal mit ein paar Löchern
00:04:05: versehen werden. Aber unterm Strich ist der Prozess
00:04:09: so deutlich schneller und deutlich effektiver nach hinten
00:04:13: raus. Und das Ganze hat letztendlich nur den Grund,
00:04:17: dass jemand anderes noch mal mit drauf geguckt hat, mit einem ganz
00:04:21: anderen Auge, mit dem Auge des Betriebsmittelkonstrukteurs und mit dem
00:04:24: Auge dessen, sage ich immer so schön, der Konstrukteur will sich das immer so einfach
00:04:28: wie möglich machen, er will eine einfache Vorrichtung bauen. Und wenn er dann
00:04:32: sagt, wenn ich da noch ein Loch hätte und vielleicht da noch ein Flansch mehr,
00:04:35: Dann könnte ich das Teil viel, viel einfacher aufnehmen. Ich könnte es viel, viel einfacher
00:04:39: positionieren. Ich muss nicht irgendwelche aufwendigen Nester bauen oder ähnliche
00:04:43: Sachen, sondern ich habe es viel, viel einfacher. Und wenn der Konstrukteur der
00:04:46: Vorrichtung es einfacher hat, wird die Vorrichtung nachher, nach hinten
00:04:50: raus auch immer günstiger werden. Und wenn es immer günstiger wird, wird der Prozess
00:04:53: effektiver und letztendlich dann auch wirtschaftlicher.
00:04:57: Und deswegen meine ganz klare Bitte an
00:05:01: dich: Wenn du in so einer Situation steckst, dass du irgendwelche
00:05:04: Produkte entwickelst, die du nachher selber herstellen
00:05:08: willst und an den Endkunden verkaufen willst, dann
00:05:12: lass uns gemeinsam schon in der Entwicklungsphase darüber
00:05:15: reden, wie diese Vorrichtungen unterm Strich nachher
00:05:19: aussehen sollen. Das hat für dich zwei Vorteile,
00:05:22: ganz kurz zusammengefasst. Der erste, haben wir jetzt lang und breit
00:05:26: drüber gesprochen, dass deine Produktion effizienter wird, dass du
00:05:30: deine Vorrichtungsauslegung schon
00:05:35: während der Produkt— während des Produktdesigns letztendlich schon
00:05:39: mitlaufen lassen kannst. Und das wiederum führt dann dazu, dass
00:05:42: du deine Vorrichtung auch viel, viel schneller haben wirst und auch
00:05:46: deine ersten Prototypen schon in diesen Vorrichtungen aufbauen
00:05:50: kannst. Und das ist dann Effizienz, wie es besser
00:05:54: nicht geht. Wenn du Bock hast, mit mir genau darüber zu reden, ruf mich an,
00:05:57: schreib mir eine E-Mail. Ich freue mich drauf. Bis dahin, ciao!
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