#89 - Warum sich Ihre Schweißbaugruppe verzieht – und wie Sie es stoppen

Shownotes

📅 Beratungsgespräch vereinbaren: https://www.wescad.de/kontakt/ Warum verziehen sich Schweißbaugruppen so stark? Wegen der Wärme – das ist die einfache Antwort. Die eigentliche Frage ist: Wie beherrschen Sie diesen Verzug, statt ihn hinterher mühsam zu richten? Bernd Pille zeigt in dieser Folge drei Ansätze aus der Praxis des Vorrichtungsbaus. Verzug entsteht bereits beim Heften: Wärme verändert das Gefüge im Bauteil, Spannungen entstehen, die Baugruppe verzieht sich. Wegdiskutieren lässt sich das nicht – aber man kann ihm konstruktiv begegnen. Speziell für Fertigungsleiter und Produktionsverantwortliche in KMUs, die ihre Schweißbaugruppen reproduzierbar maßhaltig fertigen wollen – und Verzug schon in der Vorrichtung einplanen. ⏱️ Kapitel: 00:00 Warum sich Schweißbaugruppen verziehen 01:00 Spann- und Fixierkonzept: Spannkraft ist nicht Haltekraft 03:00 Wiederholgenaues Fixiersystem 04:30 Wärme abführen: Kupferauflagen und Kühlbacken 06:30 Fazit & Kontakt 📋 Konkrete Ergebnisse für Sie: ✅ Sie erkennen, warum Verzug schon beim Heften entsteht ✅ Sie unterscheiden Spannkraft und Haltekraft ✅ Sie schaffen mit stabiler Auflage und wiederholgenauer Fixierung eine reproduzierbare Basis ✅ Sie nutzen Kupferauflagen, um Wärme zu ziehen, ohne das Bauteil festzuschweißen ✅ Sie wissen, wann wassergekühlte Kühlbacken den Verzug senken

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00:00:33: Warum verziehen sich Schweißbaugruppen so sehr, ist eigentlich ganz einfach.

00:00:38: Wegen der Wärme.

00:00:39: Also ich bringe Wärme rein und das verzieht sich das Ganze.

00:00:42: So, damit sind wir fertig, können wir die Folge zumachen.

00:00:43: Nein, Spaß beiseite.

00:00:45: So ist es natürlich nicht, also grundsätzlich schon, weil ein Verzug beim

00:00:51: Heften entsteht natürlich logischerweise dadurch, dass ich mit dem Schweißbrenner,

00:00:57: mit der Schweißnaht oder mit den Heftpunkten, die ich setze, bringe ich eine gewisse

00:01:02: Wärme in die Bauteile hinein.

00:01:04: Dadurch verändere ich das Gefüge in den einzelnen

00:01:10: Bauteilen im Metall, sage ich mal, oder auch im Aluminium logischerweise.

00:01:15: Und dadurch entstehen Spannungen, weil sich eben dieses Gefüge verändert und verziehen

00:01:20: will und dadurch entsteht ein Verzug an der Baugruppe.

00:01:24: Da müssen wir jetzt mal weiter.

00:01:26: Das ist ja grundsätzlich erst mal Fakt, das können wir aber nicht wegdiskutieren.

00:01:30: Wir können nur gucken, wie können wir dem Ganzen gegenüber treten und was können

00:01:34: wir machen.

00:01:35: Und da verfolgen wir immer 2, 3 Ansätze und die möchte ich heute gerne mal vorstellen.

00:01:41: Das ist nämlich auf der einen Seite ganz klar das Spann- und Fixierkonzept.

00:01:46: Das heißt, ich muss wirklich hingehen und sagen, die einzelnen Bauteile müssen exakt

00:01:52: in Position gebracht werden.

00:01:54: Ich muss abschätzen können, wie viel Kraft muss ich aufbringen, damit ich

00:01:59: das Teil in der Position, in der Vorrichtung halte.

00:02:03: Und dafür brauche ich eine stabile, solide Auflage.

00:02:07: Ich brauche einen stabilen Spanner, der die entsprechenden Spannen, aber auch ganz

00:02:12: wichtig, Haltekräfte hat.

00:02:14: Weil das mit dem einen Spann ich etwas runter und mit dem nächsten halte ich es zu.

00:02:18: Es sind nicht immer gleich.

00:02:20: Also darauf achten bei der Auswahl der Spanner.

00:02:24: Spannkraft, Haltekraft, das ist ein Unterschied.

00:02:26: Da könnte man schon wieder fast eine eigene Folge von machen, aber ich glaube, das

00:02:29: reicht für heute erst mal so.

00:02:31: Also noch mal kurz zurück.

00:02:32: Wir haben eine Auflage, wir haben ein Spannstück, wo ich das Blech oder das Bauteil

00:02:37: oder den Flachstahl oder was auch immer ich verschweißen will, wirklich einspanne,

00:02:42: einklemme und ich habe den Spanner selbst, der die Spannkraft und die Haltekraft

00:02:45: aufbringt.

00:02:46: Das Ganze muss ich so passend positionieren, dass ich den zu erwartenden Kräften,

00:02:52: das kann man teilweise berechnen und auch abschätzen, Erfahrungswerte kommen damit

00:02:56: rein, dass ich da entsprechend die Haltekräfte dann auch habe.

00:03:01: Und dann habe ich eine gute und saubere Absprungbasis.

00:03:05: Der zweite Punkt ist, diese Kräfte an den passenden Stellen einzuleiten, brauche

00:03:10: ich das entsprechende genaue und wiederholgenaue Fixiersystem.

00:03:15: Das heißt, ich muss mir für jedes einzelne Blechteil eine Positionierung, eine Aufnahme

00:03:20: überlegen, dass ich exakt immer an der gleichen Stelle bin, weil nur so kann ich

00:03:24: gewährleisten, dass sich jeder einzelne Spanner und jede einzelne Auflage das Bauteil

00:03:28: immer reproduzierbar an der gleichen Stelle wieder trifft.

00:03:31: Also auch ganz wichtig, immer wirklich exakt genau positionieren und ein wiederholgenaues

00:03:38: Prinzip überlegen.

00:03:40: Und der dritte Punkt ist dann, ich muss schauen, dass ich die im Prozess entstehende

00:03:47: Wärme möglichst gut nach außen wegbringe.

00:03:50: Das heißt, ich kann arbeiten über beispielsweise Kupfer außer Atem.

00:03:55: Kupfer zieht gut Wärme heraus aus dem Schweißprozess.

00:04:00: Weiter habe ich den Vorteil, wenn ich bei dünnen Blechen unterwegs bin und ich komme

00:04:04: leider dahin, dass ich gerade am Anfang vielleicht mal durchbrenne, durchschweiße,

00:04:08: mir geht das Ganze keine Verbindung ein, weil Kupfer mit beispielsweise einem Stahlblech

00:04:13: kann ich nicht miteinander verbinden.

00:04:16: Das heißt, ich schweiß dann durch, aber die Auflage ist dann nicht quasi fest geschweißt,

00:04:19: als wenn sie aus Stahl wäre.

00:04:21: Das nur auch mal am Rande.

00:04:22: Ein anderes Thema, wie ich auch exzellent Wärme aus der

00:04:28: Vorrichtung herausbringen kann, aus der Baugruppe herausbringen kann, sind beispielsweise

00:04:32: Kühlbacken.

00:04:34: Wir haben das für einige Kunden schon gemacht, wenn ich wirklich extreme Wärme reinbringe

00:04:40: durch den Schweißprozess, weil ich hohe Widerstandskräfte habe, beim Widerspannpunktschweißen

00:04:46: beispielsweise, dann kann ich hingehen, mir ein Stahlstück nehmen, ich kann mir Kühlbohrungen

00:04:52: da rein machen und ich brauche dann allerdings logischerweise ein kühlatträgat was

00:04:56: ich neben meiner anlage stehen habe und dieses kühlatträgat kann dann das Wasser

00:05:01: im Prinzip die ganze Zeit durch die Vorrichtung pumpen und fließt dann genau

00:05:07: in den Bereichen, in denen geschweißt wird, her, die Vorrichtung, die Bauteile entsprechend

00:05:12: zu kühlen und so den Schweißverzug ein Stück weit herunter zu bringen.

00:05:17: Ich glaube, das sind 3 ganz gute Ansätze, über die du vielleicht mal nachdenken kannst,

00:05:23: ob das für dich ein Thema ist, ob das für dich interessant ist.

00:05:26: Wenn du Bock hast mit mir darüber mal zu reden, kannst du mich gerne kontaktieren.

00:05:29: Schreib mir über LinkedIn, ruf mich an, schreib mir eine E-Mail.

00:05:32: Auf meinem LinkedIn-Profil oder auf unserer Website findest du alle nötigen Kontaktdaten.

00:05:37: Und bis dahin wünsche ich dir bei deinen Schweißfraugruppen immer möglichst wenig

00:05:41: Schweißverzug.

00:05:42: Bis zum nächsten Mal.

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